Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik
Berufsbild
Der Ausbildungsberuf Leitungsbauer/-in für Infrastrukturtechnik wurde 2026 eingeführt als „Nachfolger“ für den bisherigen Ausbildungsberuf Rohrleitungsbauer/-in.
Leitungsbauer/-innen für Infrastrukturtechnik stellen Leitungsgräben und Baugruben her und bauen Schächte und Infrastrukturleitungen ein. Sie stellen Druckrohrleitungen und Hausanschlüsse sowie Elektro- und Kommunikationsleitungen her. Sie halten Leitungen instand und sanieren diese auch. Am Ende stellen sie die Verkehrsflächen wieder her. Ebenso sichern sie Baugruben und Gräben, sie richten Arbeitsstellen im Verkehrsraum ein und sichern diese.
Zugangsvoraussetzungen
Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Handwerkliche Fähigkeiten und eine gute körperliche Kondition sind jedoch sehr von Vorteil.
Ausbildung
Die Stufenausbildung zum/zur Leitungsbauer/-in für Infrastrukturtechnik dauert drei Jahre. In der Grundstufe (erstes Ausbildungsjahr) wird eine allgemeine berufliche Grundbildung im Berufsfeld Bautechnik vermittelt. In den Fachstufen (zweites und drittes Ausbildungsjahr) steht die berufsspezifische Vertiefung im Vordergrund.
Die Berufsausbildung wird sowohl im Ausbildungsbetrieb wie auch im überbetrieblichen Ausbildungszentrum und in der Berufsschule absolviert.
Der Berufsschulunterricht gliedert sich in den berufsbezogenen Unterricht (Lernfelder) und den allgemeinbildenden Unterricht (Deutsch, Politik und Wirtschaft, Religion/Ethik, Sport). Der Berufsschulunterricht an der Philipp-Holzmann-Schule findet als Blockunterricht statt (ca. 13 Schulwochen pro Schuljahr).
Leitungsbauer/-innen für Infrastrukturtechnik im ersten Ausbildungsjahr (Grundstufe) besuchen den Berufsschulunterricht an der jeweils zuständigen Kreisberufsschule. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr (Fachstufen) besuchen alle Auszubildenden im Ausbildungsberuf Leitungsbauer/-in für Infrastrukturtechnik aus dem gesamten Bundesland Hessen als Landesfachklasse den Blockunterricht an der Philipp-Holzmann-Schule. Die auswärtigen Auszubildenden können im Internat der Eberhard-Borst-Lehrbaustelle in Frankfurt am Main übernachten.
Prüfungen
Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres erfolgt eine Zwischenprüfung (Theorie und Praxis) vor dem Kammer-Prüfungsausschuss.
Die dreijährige Ausbildung endet mit der theoretischen und praktischen Abschlussprüfung vor dem Kammer-Prüfungsausschuss.
Nach der bestandenen Abschlussprüfung erhalten Sie das Prüfungszeugnis bzw. den Gesellenbrief zum/zur Leitungsbauer/-in für Infrastrukturtechnik und nach dem erfolgreichen Besuch der Berufsschule zusätzlich das Abschlusszeugnis der Berufsschule. Beide Zertifikate sind Voraussetzung zur beruflichen Aufstiegsweiterbildung.
Weiterbildungsmöglichkeiten
Geprüfte/r Polier/-in, Werkpolier/-in,
Meister/-in, z. B. Rohrnetzmeister/-in bei Kommunen (Stadtentwässerung),
Staatlich geprüfte/r Bautechniker/-in an einer Zweijährigen Fachschule,
Erwerb der Fachhochschulreife, z. B. durch den Besuch der Einjährigen Fachoberschule (Form B), die zu einem Studium an einer Fachhochschule (FH) z. B. im Studiengang Bauingenieurwesen berechtigt.
